Dienstag, 8. April 2008

Verkehrte Welt – oder der Besuch meiner Eltern

Es war schon ein ungewohntes Gefühl am Flughafen zu stehen und auf meine Eltern zu warten. Sie dort abzuholen und nach 10 Tagen wieder zu verabschieden – und dieses Mal war ich diejenige, die blieb.

Es gab einiges, wo mir dieser „Rollentausch“ auffiel ;)


Da ich in der Zeit des Besuches keine Sprachklassen hatte – konnte ich die ganze Zeit mit meinen Eltern verbringen – und es war eine sehr schöne Zeit!

Da meine Eltern einen sog. Railpass hatten konnten wir mit dem Zug recht günstig quer durch Japan fahren. Wir waren in Tokyo, einer einfach beeindruckenden Stadt mit seinen 12 Mio Einwohnern und vielen verschiedenen Stadtteilen und Gesichtern. In Kyoto, mit seiner Tradition und Kultur und Hiroshima mit seiner Geschichte und dem Wunsch nach Frieden.
Für mich war besonders das Atombombenmuseum in Hiroshima sehr eindrücklich und bewegend!

Meine Japanischlehrerin hatte eine Teezeremonie für uns organisiert und zwei meiner Sprachschüler waren einen Tag mit uns in Nagoya. Wir haben die japanischen Berge unsicher gemacht und Zeit mit anderen Missionaren und den Shorties verbracht.
So haben meine Eltern auch japanische Kultur und einige der Menschen, die mein Leben und meine Arbeit hier in Japan sehr prägen und ausmachen, kennen lernen können.
Es war sehr schön (zumindest einen Teil) meines Lebens und meiner Erfahrungen hier in Japan mit meinen Eltern teilen zu können. Für uns alle war es eine sehr schöne Zeit – die wir sehr genossen haben.
Ich danke Gott für diese wunderbaren Tage und dass er diesen Besuch möglich gemacht und gesegnet hat!

Montag, 7. April 2008

Wiedersehen in Japan … nach 3 Jahren

In Japan alte Freunde wieder treffen?!? Ich?!? Eher unwahrscheinlich! Dachte ich zumindest…

Ich habe auch noch nicht wirklich daran geglaubt, als ich einer Freundin aus Amerika schrieb und ihr mitteilte, dass ich in Japan bin. Ich wusste, dass sie mit ihrer Familie nach Japan zurückgegangen war – aber Japan ist groß und vor allem sehr lang!

Zu meiner großen Überraschung stellte sich heraus, dass Nagoya (also die nächste größere Stadt – mit dem Zug ca. 30 Min von hier) ihre Heimatstadt ist. UNGLAUBLICH!
Sie studiert mittlerweile in Osaka, was doch geringfügig weiter entfernt liegt – würde aber im Frühjahr für eine Woche nach Hause kommen.

Und so haben wir uns nach 3 Jahren wieder getroffen - und es war als hätten wir uns erst vor ein paar Wochen voneinander verabschiedet! Wir hatten einen wunderschönen Nachmittag, der leider viel zu schnell verging!
Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass ER es möglich gemacht hat, dass wir uns hier wieder sehen durften!

Wir haben viel über Amerika und das gemeinsame Jahr dort geredet, aber auch über die Zeit, die seither vergangen ist und über Japan. Natürlich kam auch die Frage auf, warum ich ausgerechnet nach Japan gekommen bin und was genau ich hier mache – und so redeten wir unweigerlich auch über Gott, den Grund für meinen Missionseinsatz.
Diejenigen von euch, die meine ersten Pläne bezüglich des FSJs schon mitbekommen haben wissen, dass ich es mir lange Zeit absolut nicht vorstellen konnte nach Asien zu gehen. Und dass Gott hier krasse Überzeugungsarbeit leisten musste!
Ich hoffe und bete, dass dieser Nachmittag und das Gesagte ihr im Gedächtnis bleiben, dass Gott es in ihr bewegt, dass sie sich auf die Suche nach IHM macht und auch sie IHN kennen lernt. Bitte betet mit mir dafür!

Dienstag, 18. März 2008

Open Chapel in Yokaichi


Am Samstag sind Tabea, Anne (Besuch aus Deutschland) und ich nach Yokaichi gefahren um dort bei der "Open Chapel" mitzuhelfen.
Die Herzlichkeit und Dankbarkeit der Gemeindemitglieder hat mich beeindruckt! Jeder hat mit angepackt und zum Gelingen dieses Mittags beigetragen!
Die Absicht dieser Veranstaltung war es Leute aus der Umgebung in Kontakt mit der Gemeinde zu bringen. Und es sind viele Leute gekommen - Praise the Lord!
Gott hat uns einen wunderschönen Tag geschenkt und ich bete, dass ER einige der Besucher wiederkommen lässt und die Gemeinde und die geknüpften Kontakte vertieft und segnet!



Mittwoch, 12. März 2008

Es wird Frühling...


Kaum zu glauben nach der bisherigen Kälte, aber so langsam fängt hier in Japan der Frühling an ;)

In den letzten zwei Tagen ist der blaue Winterhimmel verschwunden, die Temperaturen klettern in die Höhe und überall fängt es an zu blühen - wunderschön!

Bald ist Ostern! Bitte betet für meine Klassen (bible times) und die Veranstaltungen von und an Ostern!

noch ein paar (verspätete) Winterimpressions...

Ist schon wieder eine ganze Weile her – aber hier sind ein paar Bilder von meinem Urlaub nach Weihnachten.

Weihnachtsurlaub

Sonntag, 10. Februar 2008

Interessantes/ anderes Japan ...

Was einem zuerst ins Auge fällt sind die Unterschiede. Die Dinge, die anders sind, als das, was man bisher kannte.
Und so sind auch mir hier in Japan einige Dinge aufgefallen, die sich von dem unterscheiden, was ich bisher kannte und gewohnt war. Manches finde ich besser und anderes schlechter als in Deutschland. Oft lässt sich das jedoch nicht wirklich sagen. Es ist einfach anders und auf alle Fälle interessant :)

So ist das Essen mit Stäbchen z.B. für mich absolut normal geworden. Und ich muss gestehen, dass ich mittlerweile bei einigen Gerichten eindeutig die Stäbchen dem westlichen Besteck vorziehe.

Einige weitere Unterschiede habe ich in Bildern festgehalten und in einem Fotoalbum (auf das Bild klicken) zusammengefasst. Viel Spaß beim Ansehen!



Einen anderen –großen – Unterschied sehe in der Einstellung zur Arbeit – aber auch in
dem was von den Angestellten verlangt wird.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass viele Japaner sehr schnell ihren Arbeitsplatz
wechseln, und oft nicht nur ihren Arbeitsplatz sondern auch ihre Tätigkeit – sehr oft
hat die neue Arbeit inhaltlich gar nichts mehr mit der vorigen zu tun!

Letztens habe ich z.B. mit einem Japaner Y. geredet, der gerade seine Arbeitstelle (und Tätigkeit) gewechselt hat.
Ein 12 Stunden Arbeitstag (eine Stunde Mittagspause ist eingeschlossen) und dass 6 Tage die Woche. Warum? Seine vorige Arbeit hat ihm keinen Spaß mehr gemacht und außerdem ist die neue Bezahlung besser.
Sein Erscheinungsbild war verändert – müde und ausgelaugt – und das schon nach der ersten Woche in der neuen Firma. Er arbeitet jetzt in einer Fabrik (davor an einer Schule), einer Unterabteilung eines Weltkonzerns.
Y. erzählte, dass ihm nie wirklich erklärt wurde, was und vor allem wie er arbeiten soll. Er hat es gelernt indem er bei den anderen geguckt hat, wie sie arbeiten. Wenn er vom Chef angebrüllt wurde, wusste er, dass er entweder etwas falsch gemacht oder zu langsam gearbeitet hatte.

Weiter hat Y. erzählt, dass letztens einer seiner Mitarbeiter während der Arbeit umgekommen sei. Als Folge seiner Müdigkeit hat er sich nicht mehr 100%-ig konzentrieren können und ist in eine Maschine gekommen. „Die Arbeit hat ihn umgebracht.“

Inzwischen hat Y. wieder die Fabrik gewechselt, arbeitet noch bei der gleichen Firma aber eben in einer anderen Abteilung und mit besseren Arbeitsbedingungen. Gott sei Dank!

Donnerstag, 17. Januar 2008

„Seijin no Hi“ - Oder ein zweites Mal Erwachsen werden


Was „Seijin no Hi“ bedeutet?!? Diese Frage würde jeder Japaner erst mal mit der Übersetztung "Coming of Age Day" erklären - also der Tag, an dem das Erwachsen werden gefeiert wird.
In Japan wird man erst mit 20 Jahren volljährig. Dieses Ereignis wird im Januar von allen, die im letzten Jahr 20 geworden sind, im großen Stil und in farbenprächtigen Kimonos (trad. jap. Gewändern) gefeiert.
Zu unserer großen Freude wurde Hanna und mir von Frauen aus unserer jap. Heimatgemeinde angeboten uns in einen Kimono „einzupacken“.

Ich war total gespannt und wahnsinnig aufgeregt! Ich hatte schon einige Male Japanerinnen in Kimonos gesehen und einiges darüber gehört – und jetzt sollte ich selber einen tragen dürfen!
Einen Kimono, das traditionelle japanische Gewand!

Sonntag Morgen machten sich also vier Japanerinnen daran uns einzukleiden. Das hieß viel Haarspray, vier Untergewändern, das Obergewand, den Obi (Gürtel), jeder Menge Schnüre, japanische Socken, Haltungsanweisungen und 1,5 Stunden – dann waren wir fertig – und kaum wieder zu erkennen ;)
Ich kam mir so japanisch vor!

Die Gesichter der Gemeindemitglieder strahlten einfach nur vor Freude, als sie diesen Tag mit uns feierten!

Ein zweites Mal Erwachsen werden – und dieses Mal so ganz anders als vor 2,5 Jahren. Und ich bin wirklich ein zweites Mal Erwachsen geworden. Nicht an diesem Tag, aber in den Monaten, die ich nun schon in Japan bin.